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Frederiksen K et al: Occurrence of natural Bacillus thuringiensis contaminants and residues of Bacillus thuringiensis-based insecticides on fresh fruits and vegetables. Applied and Environmental Microbiology 2006/72/S.3445-3440
Das Symbol des biologischen Pflanzenschutzes, das Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt), ist nicht nur für Insekten schädlich, sondern offenbar auch für Menschen. Zu diesem Schluss kommen dänische Mikrobiologen nach einer gentechnischen Analyse von Bt-Rückständen auf Obst und Gemüse. Danach besaß fast die Hälfte der 50 identifizierten Bt-Stämme die Fähigkeit, hämolytisches und nicht- hämolytisches Enterotoxin sowie Cytotoxin K zu bilden – also Stoffe, die bekanntermaßen vom Lebensmittelvergifter Bacillus cereus produziert werden und zu Durchfällen bis hin zum Tode führen können. „Da alle kommerziellen Stämme die Gene für die drei bekannten Enterotoxine besitzen ... besteht die Gefahr, dass hohe Konzentrationen dieser Organismen beim Menschen Krankheiten hervorrufen können“, folgern die Autoren. Besonders hohe Mengen der verdächtigen Bt-Keime fanden sich auf Tomaten, Gurken, Paprika und Salat. Anmerkung: Bisher galt Bacillus thuringiensis als unbedenkliches, weil biologisches Insektizid, das nicht selten Biolandwirte wie Hobbygärtner zum übertriebenen Einsatz verleitete. Davon zeugen auch die teilweise hohen Keimzahlen auf Obst und Gemüse. Weil bei Hygienekontrollen gewöhnlich nicht zwischen B. cereus und seinem Verwandten B. thuringiensis unterschieden wird, ist davon auszugehen, dass Vergiftungsfälle durch Bt- Rückstände bis dato auf B. cereus zurückgeführt und damit unterschätzt wurden – umso mehr, als gerade die kommerziellen Bt-Stämme dasselbe Potenzial zur Enterotoxin- bildung besitzen wie B. cereus. Erfreulicherweise kann dieses Risiko beim Anbau von gentechnisch erzeugtem Bt-Mais ausgeschlossen werden.
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